Conrads-Plakat

Wiener Neustadt: Bürgermeister Müller lädt am 3. April zur „Heinz Conrads-Matinee“ anlässlich des 25. Todestages der Wiener Legende!

Unter dem Titel „Heinz Conrads. Schauspieler – Conférencier – Wiener Legende“ geht am Sonntag, dem 3. April, ab 11 Uhr, im Wiener Neustädter Stadttheater eine ganz besondere Matinee über die Bühne. Auf Initiative von Bürgermeister Bernhard Müller, BA, wird in zwei kurzweiligen Stunden dem großen Entertainer Heinz Conrads gedacht, dessen Tod sich am 9. April zum 25. Mal jährt. Für die Moderation der Matinee konnte Peter Fröhlich gewonnen werden. Der beliebte Schauspieler ist gebürtiger Wiener Neustädter und spielt derzeit sehr erfolgreich im Musical "Ich war noch niemals in New York" im Wiener Raimund-Theater. Er kann über seine persönlichen Erlebnisse mit Heinz Conrads berichten. Unter anderem wird er Conrads-Witwe Erika und die Schriftstellerin Trude Marzik auf der Bühne begrüßen.

Bürgermeister Bernhard Müller, BA, zur Idee: „Ich wurde in den letzten Monaten immer wieder auf die Person Heinz Conrads angesprochen. Vor allem ältere Wiener NeustädterInnen erinnern sich noch heute gerne an den Schauspieler und Showmaster. Deswegen passt es nun anlässlich des 25. Todestages sehr gut, Conrads eine Matinee im Stadttheater zu widmen. Außerdem gibt es mit Prof. Mag. Raoul Herget, dem Direktor unserer Musikschule, ja auch einen Wiener Neustädter Zeitzeugen, der über seine Erfahrungen mit Heinz Conrads berichten kann.“

 

„Heinz Conrads. Schauspieler – Conférencier – Wiener Legende“

Stadttheater Wiener Neustadt, Sonntag, 3. April, 11 Uhr (Einlass: 10.30 Uhr)
Moderation: Peter Fröhlich (in Wiener Neustadt geboren)
Klavierbegleitung: Hans Czettel

Weitere Mitwirkende: Erika Conrads, Trude Marzik, Erich & Marion Zib, Brigitta Karwautz & die Fischabachl-Musikanten, Nachwuchstalente der Josef Matthias Hauer-Musikschule.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Archiv des ORF vorbereitet, aus dem viele Originalaufnahmen gezeigt bzw. gespielt werden.

Kartenvorverkauf an der Theaterkasse (0 26 22/29 521 – Montag bis Samstag, 13 – 19 Uhr) sowie bei allen „Ö-Ticket“-Vorverkaufsstellen. Kartenpreis: 15,- (freie Sitzplatzwahl), ermäßigt: 12,- (für „Plus Card“ und „Senior Card“).

 

Zur Person Heinz Conrads

Heinrich Conrads (geboren 21. Dezember 1913, gestorben 9. April 1986) lernte Modelltischler und engagierte sich bereits früh als Schauspieler in Theatervereinen. 1933 meldete er sich als Freiwilliger beim Bundesheer und wurde Funker. Daneben arrangierte und conférierte er Kompaniefeste. Er erkrankte während des Polenfeldzugs 1939 schwer und wurde infolge dessen nach Wien versetzt. Während des Zweiten Weltkriegs nahm er Schauspielunterricht und debütierte 1942 am Wiener Stadttheater. Nach Kriegsende war er als Conférencier, Schauspieler und Chansonnier bei „bunten Abenden“, Modeschauen und ähnlichen Veranstaltungen tätig.

Von 1945 bis 1948 und von 1950 bis 1955 trat Conrads im Wiener Kabarett Simpl auf. Von 1946 bis zu seinem Tod moderierte er für den ORF im Radio zunächst die Sendung „Was machen wir am Sonntag, wenn es schön ist?“ dann „Was gibt es Neues hier in Wien?“, anschließend die österreichweit ausgestrahlte Nachfolgesendung „Was gibt es Neues?“ Mit dieser allwöchentlichen großen Sonntagvormittagsrevue (mindestens einstündig) machte er sich zum erstrangigen Nationalhelden der österreichischen Rundfunkunterhaltung im Stil der Wirtschaftswunderzeit.

Im Fernsehen präsentierte er jahrelang am Samstag Abend die Sendung „Guten Abend am Samstag“ (die 1957 zuerst unter dem Titel „Was sieht man Neues“ startete). Zu einem Markenzeichen wurde seine (fast) immer gleiche Begrüßung, „Küss' die Hand die Damen, guten Abend die Herren, grüß' Euch die Madln, servas die Buam!“

Die halbstündige Sendung, die zu einer regelrechten Institution wurde, diente vielen jungen Künstlern aus dem Bereich der Klassik und gehobenen Unterhaltungsmusik als Sprungbrett für die Karriere. Sie war ganz im klassischen Conférence-Stil gehalten und vereinte Musikdarbietungen und kurze Plaudereien, große Stars und hoffnungsvolle Nachwuchstalente. Auch der Gastgeber selbst gab Gesangsproben, meist im Stil des traditionellen Wienerlieds. Das Konzept der gehobenen Abendunterhaltung wurde oft auf mehrstündige Specials übertragen, die, ergänzt um humoristische Spielszenen, beispielsweise zu Silvester ausgestrahlt wurden. An solchen Abenden begrüßte Conrads ein wahres Staraufgebot aus dem In- und Ausland. Nach seinem Tod wurde das Sendekonzept einige Jahre von Peter Fröhlich weitergeführt.

Ab 1953 trat er als Schauspieler in Filmen und am Wiener Theater in der Josefstadt auf. Die wöchentliche Fernsehsendung „Guten Abend am Samstag“ gestaltete er ab 1955. Ab 1973 spielte er in der Wiener Volksoper häufig den „Frosch“ in der Operette „Die Fledermaus“. In jenem Jahr wurde ihm der Titel „Professor“ verliehen.

Heinz Conrads war auch begeisterter (Wiener) Liederinterpret, Komponist und Texter, wie er es mit seinem Lied „Als meine Tochter Klavierspielen lernte“ gerne unter Beweis stellte. Lieder wie „Der Wurschtl“, „Das Schneeflockerl und das Ruaßflankerl“, „A schräge Wiesn am Donaukanal“, „Der Schuster Pokerl“, „Bitt Sie, Herr Friseur“, „Stellt's meine Roß in' Stall“, oder „Wenn im Lebn amal Halbzeit is“ und „Suachst an Zwiefel, findst an Knofel“ bekommen durch seine originelle Interpretation etwas Zeitloses. Auch trug er Lieder von Otto Reutter vor („Der Überzieher“, „Der gewissenhafte Maurer“), die er sowohl im Text als auch in der Darbietung ins Wienerische „übertrug“.

Heinz Conrads wurde auf dem Friedhof Hietzing in einem ehrenhalber gewidmeten Grab bestattet. Ihm zu Ehren wurde eine Grünfläche in der Nähe seines langjährigen Wohnsitzes benannt. Der „Heinz Conrads-Park“ befindet sich an der Schloßallee - Ecke Penzinger Straße im 14. Bezirk. 2004 wurde er in die Liste der 50 wichtigsten Österreicher der letzten 50 Jahre bei einer Leserumfrage der Tageszeitung Kurier gewählt. Er galt als ein großer Fußballfan und unterstützte dabei vor allem den SK Rapid Wien.

  • Conrads Matinee 20110403
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