JAZZTAGE – JAZZ 2700
BLUE BRASS
Line Up:
Mansur Scott – Vocals (NYC - Harlem)
Theo Hill – Piano/Fender Rhodes (NYC - Harlem)
Paul Zauner – Posaune
Daniel Nösig – Trompete
Clemens Salesny – Altsaxophon
Klemens Pliem – Tenorsaxophon
Peter Massnik – Baritonsaxophon
Wolfram Derschmidt – Bass
Dusan Novakov – Drums
Paul Zauner, der Posaunist aus dem Innviertel, der bereits in den 80er Jahren mit den Grössen der US-Jazzszene in Konzerten und auf Tourneen zusammengearbeitet hat, nimmt mit seinem BLUE BRASS Ensemble den „traditionellen Jazzrahmen“ als Basis und bearbeitet diesen in groovig-avantgardistischen Arrangements.
Bei JAZZ 2700 präsentiert sich dieses Ensemble mit zwei illustren Gastmusikern aus den USA. Direkt aus New York, genauer gesagt: direkt aus Harlem, dürfen der Pianist Theo Hill und der grandiose Vokalist Mansur Scott, begrüsst werden.
Hill und Scott sind Stars der jungen Harlemer Szene. Scott war eigentlich Perkussionist in der Charles Mingus Band, wurde von Mary Lou Williams später als begnadeter Sänger entdeckt und lebt eigentlich sehr zurückgezogen in Harlem. Sein Stil wurzelt in der Tradition von tiefstem, schwarzen Jazz ala Leon Thomas und Billie Holliday, die übrigens eine sehr gute Freundin seiner Mutter war... So gesehen darf man auf Musik, wurzeld im Gospel & Blues und gespielt im Geiste von Ray Charles und Lester Bowie, gespannt sein.
ANDI WEISS QUINTET
Line Up:
Andi Weiss – Drums
Horst-Michael Schaffer – Trompete / Flügelhorn
Martin Fuss – Tenorsaxophon
Robert Schönherr – Piano
Joschi Schneeberger – Bass
Der Meister-Drummer Art Blakey mit seinen Messengers galt schon immer als eine Art Talenteschmiede der amerikanischen Jazz-Szene. Kaum einer der Großen des Modern Jazz der jüngeren Vergangenheit ist nicht bei Art gewesen: ob nun Art Farmer, Freddie Hubbard, Horace Silver, Donald Byrd oder Woody Shaw und Cedar Walton bis hin zu Wynton und Branford Marsalis ... diese Liste der „Blakey Schüler“ ließe sich schier endlos fortsetzen.
Es ist nicht verwunderlich, wenn man die Musik von Art Blakey als die klassische Formel des Modern Jazz sieht und der Wunsch entsteht, die Musik auch „live“ am Leben zu erhhalten. Dies ist der Punkt, der nun genau auf das Quintett des Schlagzeugers ANDI WEISS zutrifft. Diese fünf Musiker interpretieren Kompositionen aus der Hardbop oder Neobop-Ära, aber auch eigene Stücke mit ausgeglichener Reife und einer idealtypischen Durchdrungenheit von Geschriebenem und Improvisiertem. Das Quintett steht in der Tradition von Art Blakey und hat dessen erdhaft-robusten Hardbop als Geisteshaltung so lange trainiert, bis schließlich ein musikalischer Superlativ auf der Bühne stand. Trotzdem zeugt das Zusammenspiel der fünf Musiker von melodischer Erfindungskraft und weniger von Epigonentum – man orientiert sich an Blakey, aber primär spielt man sich selbst! Ein spannungsgeladener Auftritt steht uns bevor!
FRANZ KOGLMANN MONO BLUE QUARTET
Line Up:
Franz Koglmann – Trompete
Tony Coe – Saxophon
Ed Renshaw – Gitarre
Peter Herbert – Bass
Das Monoblue Quartet ist eine Splittergruppe des 18-köpfigen Franz Koglmann Pipetet und trat 1990 bei den Donaueschinger Musiktagen zum ersten Mal in Erscheinung. Monoblue, inspiriert von den blau-monochromen Werken des legendären französischen Künstlers Yves Klein, war die erste Komposition Koglmanns für dieses Quartett. Mehrere CD-Einspielungen (hatART) und internationale Torneen folgten. Die Bestzung des Ensembles hat sich im Laufe der Jahre verändert. Seit 1999 ist Peter Herbert der Mann am Bass und seit 2007 ist der Gitarrist Ed Renshaw Teil des Quartetts.
Der Trompeter Franz Koglmann wurde 1947 in Mödling geboren. Er studierte in Wien, New York und Philadelphia. 1973 gründete er sein Plattenlabel Pipe Records und veröffentlichte Aufnahmen mit Steve Lacy und Bill Dixon. Viele internationale Jazzmusiker, wie zB Paul Bley, Gary Peacock, Tony Coe oder Lee Konitz, begleiteten Koglmann in verschiedensten Formationen und Ensembles, die er gründete. So entstanden das TRIO, das MONO BLUE QUARTET, das PIPE TRIO mit Rudolf Ruschel und Raoul Herget und das Ensemble PIPETET.
Seit den 80er Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit im Bereich der Komposition und Auftragsarbeiten im Grenzbereich von Jazz und Neuer Musik. Zuletzt widmete sich Koglmann 2007 dem Auftragswerk „Nächtliche Spaziergänge“, einer Gedankendämmerung nach Motiven von Joseph Haydn mit der Originalstimme von E.M. Cioran. Dies war der österreichische Beitrag für die Kulturhauptstadt 2007 Sibiu/Hermannstadt.
Seit den frühen 70ern erhielt Kogelmann mit Regelmäßigkeit diverseste Auszeichnungen, Förderungs-, Kompositions- und Würdigungspreise. Eine der höchsten Würdigungen, wenn auch sentimentaler Art, widerfuhr Koglmann mit seinem Mono Blue Quartet anläßlich der Premiere von „Lo-Lee-Ta – Music On Nabokov“ im Radio Kulturhaus Wien im Dezemer 2008 – das international renommierteste Jazz-Magazin Down Beat, so quasi die Bibel der Jazz-Welt, widmete Koglmann und der Wiener Premiere einen riesigen Artikel.
Tony Coe wurde 1934 in Canterbury (GB) geboren. Als junger Saxophonist widmete er sich vorwiegend dem traditionellen Jazz. In den 70ern begann dann seine langjährige Zusammenarbeit mit Henry Mancini, für dessen legendären „Pink Panther“- Soundtrack Tony höchstpersönlich die Saxophonsoli einspielte. Im Bereich der frei improvisierten Musik arbeitete Coe unter anderen mit Derek Bailey oder Kenny Wheeler. Im klassischen Bereich spielte Coe unter anderem auch mit dem London Symphony Orchestra unter Pierre Boulez. Seit 1989 ist Coe Mitglied des Franz Koglmann Pipetet sowie des Monoblue Quartet.
Der Londoner Gitarrist Ed Renshaw ist das jüngste Mitglied des Monoblue Quartet. Er ist Jahrgang 81. Als Zehnjähriger begann er Gitarre zu spielen, studierte Klassik und Jazz und studierte nebenbei klassische Gitarre bei Antonio Albanes, wo er auch seine höchste universitäre Auszeichnung erhielt. Das stilistische Spektrum Renshaw’s spannt einen weiten Bogen von Klassik bis zur zeitgenössischen Musik und vom Flamenco bis hin zum Jazz, wobei Renshaw sein musikalisches Interesse immer mehr auf den Jazz fokussiert. Seit 2007 ist Ed Renshaw Mitglied des Monoblue Quartet.
Am Bass fasziniert der Bludenzer Peter Herbert (*1960). Er studierte Kontrabass in Bregenz, Graz und Boston, lebte 14 Jahre in New York und seit 2003 ist Paris seine Wohnaddresse. Peter Herbert gilt als sehr gefragter „sideman“ und spielte bei Grössen wie Art Blakey & The Jazz Messengers, Art Farmer Quintet, John Abercrombie, Sheila Jordan, Steve Lacy oder Kenny Drew, um nur einige Stationen zu nennen. Seit 1998 arbeitet er mit Franz Koglmann und ein Jahr später wurde er auch Mitglied des Monoblue Quartet. In Wr. Neustadt konnte man Peter Herbert schon zweimal live erleben – 2006 im Stadttheater und 2007 spielte er im Rahmen des Jazz2700 Festivals mit der 11concertBand.
ELECTRIC CONCERT BAND
Line Up:
Lew Soloff – Trompete (USA)
Susan Rigvava Dumas – Vocals (NL)
Sigi Finkel – Saxophon
Manfred Holzhacker – Trompete
Rudolf Ruschel – Posaune
Raoul Herget – Tuba
P.P. Skrepek – Gitarre
R.M. Weiß – Piano
Mischa Krausz – Bass
Heribert Metzger – Schlagzeug
Lehrkräfte und Direktor des J.M. Hauer Konservatoriums gründeten vor Jahren die „11concertBand“, die nicht nur in Wr. Neustadt zu sehen war, sondern auch international aufhorchen ließ. Für das diesjährige Jazz Fest in Wr. Neustadt hat man nun den Namen der Band geändert, um dem zu erwartenden Programm gerechter zu werden. Ausserdem werden auch gleich zwei herausragende Künstler als Gäste präsentiert – der legendäre Trompeter Lew Soloff und die bezaubernde Sängerin Susan Rigvava Dumas. Inspiration zu diesem „elektrischen“ Projekt war wahrscheinlich der grosse Gil Evans, der anläßlich des Perugia Jazz Festivals 87 Sting in seine Band holte, Sting-Kompositionen und andere Rock-Klassiker umarrangierte und dem anfänglich verdutztem Publikum präsentierte. Übrigens: auch bei diesem legendären Konzert war Lew Soloff mit seiner Trompete mit dabei.
So gesehen wird man von der Electric Concert Band brilliant arrangierte, rockigere Klänge erwarten können und man schöpft aus einem Songrepertoir, das bis hin zu Led Zeppelin reichen wird...!
Susan Rigvava Dumas ist gebürtige Holländerin und studierte Schauspiel und Gesang in Holland und Österreich. Eigentlich ist sie sehr stark im klassischen Bereich angesiedelt, überzeugt auch in der Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten und hat erst zu Beginn dieses Jahrtausends auch das Musical-Fach für sich entdeckt – zuletzt in Wien bei „Rebecca“ und „We Will Rock You“. Die neue Herausforderung ist der Jazz – eine Herausforderung, der diese Ausnahmekünstlerin allemal gewachsen ist!
Lew Soloff wurde 1944 in Brooklyn geboren. Schon in frühester Kindheit begann er Klavier zu lernen, wechselte jedoch mit zehn Jahren zur Trompete. Ausschlaggebend für diesen Wechsel war die riesige Plattensammlung seines Großvaters, durch die er mit der Musik von Roy Eldridge und Louis Armstrong in intensiven, nachhaltig beindruckenden Kontakt kam. Es folgte die in den USA hochkarätige universitäre Ausbildung und in den frühen 60ern startete Soloff in der New Yorker Szene kräftig durch. Begonnen bei Machito, führte sein Weg direkt zu Maynard Ferguson und Joe Henderson. Den grossen internationalen Durchbruch schaffte Soloff dann 1968 als Mitglied der legendären Blood Sweat & Tears mit Golden Schallplatten und sogar einem Grammy (1969).
Nach Blood Sweat & Tears widmete sich Soloff vor allem der Studioarbeit. Lew Soloff’s Trompete ist seit dem auf unzähligen Produktionen aus den verschiedensten Musikrichtungen zu hören, wie zB – um nur einige Wenige zu nennen - mit Roy Ayers, George Benson, Stanley Clarke, Quincy Jones, Grant Green, Lionel Hampton, Bob James aber auch mit Dr. John, Elvis Costello, Aretha Franklin, Frank Sinatra, Barbara Streisand oder Lou Reed und John Mayall gab es Aufnahmen. Heute ist Lew Soloff fixes Bandmitglied bei Carla Bley, The Manhattan Jazz Quintet, Ray Anderson, Bobby Previte und dem Absolute Ensemble.
Übrigens: Lew Soloff beehrt Wr. Neustadt eigentlich nun schon zum zweiten Mal. 1993 spielte er am Domplatz mit der Konservatoriums Big Band, die damals Etta Scollo präsentierte.
