„Shopping und Kulturgenuss“: Hrdlicka-Ausstellung in Wiener Neustadt

Aufgrund des großen Interesses werden die Öffnungszeiten der aufsehenerregenden Werkschau von Alfred Hrdlicka im Stadtmuseum, St. Peter an der Sperr und dem Museumshof ab 29. August ausgedehnt. Bis Ende September können die Exponate des großen Künstlers auch an den Samstagen (von 10 bis 13 Uhr) besichtigt werden.

 

„Wir schaffen damit eine hervorragende Symbiose von Shopping und Kulturgenuss“, so Wiener Neustadts Kulturstadträtin Mag. Isabella Siedl zu der Aktion. Und weiter: „Gerade an den Samstagen ist in der Innenstadt so richtig was los. Die vielen Einkäufer haben nun die Gelegenheit, den Shoppingvormittag mit einem Ausstellungsbesuch zu krönen.“

Zur Ausstellung

Am 30. Juli eröffneten Bürgermeister Bernhard Müller und Kulturstadträtin Mag. Isabella Siedl die Ausstellung „Alfred Hrdlicka“ in der bis 27. September 2009 Zeichnungen, Radierungen und Skulpturen des großen österreichischen Künstlers Hrdlicka im Stadtmuseum, im Museumshof und in St. Peter an der Sperr zu sehen sind. Zuvor fand der Galerist Prof. Ernst Hilger kundige Worte zum Werk des Künstlers, der es sich nicht nehmen ließ, trotz seines angegriffenen Gesundheitszustandes, an diesem Abend selber in Wiener Neustadt anwesend zu sein.

Im Rahmen des Jubiläums „800 Jahre Wiener Neustadt“ waren schon 1994 Werke von Alfred Hrdlicka in der „Allzeit Getreuen“ zu sehen: Er stellte mit Studenten der Meisterklasse für Bildhauerei, Hochschule für angewandte Kunst in Wien unter dem Titel „Skulptur“ am Hauptplatz aus.

Alfred Hrdlickas Kunst ist eine körperliche, irdische, erfüllt von Trieben, Sexualität und Gewalt, ohne Verharmlosung und Schminke. Seine Protagonisten in Stein, Bronze und auf dem Blatt Papier sind Getriebene, auf die der Tod wartet. Hrdlicka beherrscht die Sprache der Übertreibung, des Manierismus, der Kern bleibt immer die Wahrheit. Er lässt in Bühnen eintauchen, die mit kostümierten grotesken Narren staffiert sind, trieblustige Faune, Karnevalsstimmung mit Travestierten. Diese phantastischen Schauplätze und Episoden resultieren aus dem spontanen Strich des Zeichners und Radierers.

Hier wird das Fabulierte, das Schauspiel, das Drama manifest; es erhält Unmittelbarkeit und Sinnlichkeit. Das erotisch Heitere, das Intime, das innigliche Verlangen findet auf dem Papier seine ganze Ausdruckskraft. Bei Hrdlicka befruchten einander Bildhauerei und Zeichnung, bzw. Radierung gegenseitig. Die Medien stehen gleichwertig nebeneinander, sie zeigen ihre eigenen Qualitäten, ob kammermusikalisches Radierblatt oder monumentale Marmorstatue.

Das bekannteste bildhauerische Werk im Kontext der körperlichen Gewalt im Werk von Hrdlicka ist das mehrteilige Mahnmal am Albertinaplatz vor der Albertina (Wien): Das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus wurde 1988 enthüllt, vollendet schließlich 1991. Eine narrativ veristische Symbolsprache über das Verbrechen an der Menschheit in den Stein gehauen.

Alfred Hrdlicka, Wiener Neustädter Stadtmuseum (Petersgasse 2a), Museumshof und St. Peter an der Sperr, Dauer der Ausstellung: bis 27. September 2009, Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr, Freitag von 10 bis 12 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr, Sonn- & Feiertage von 10 bis 16 Uhr. Eintritt: Erwachsene: EUR 3,-; Schüler, Studenten, Präsenzdiener, Zivildiener, Lehrlinge und Senioren: EUR 1,50.

Wiener Neustadt, 24. August 2009
 

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