Stadtrat Dieter Kraupa: „Ausgleich zwischen allen Verkehrsteilnehmern in Wiener Neustadt ist uns gelungen!“
Schwerpunkte auch bei der Feuerwehr, im Tourismus & im Tierschutz!
Am 26. Februar 2010 zog Stadtrat Dieter Kraupa im Rahmen eines Pressegesprächs Bilanz über die letzten Jahre und sprach gleichzeitig über seine Pläne für die Zukunft. Kraupa ist in seinem Ressort für die Bereiche Verkehr, Feuerwehr und Tourismus zuständig.
Die Bilanz:
1) Verkehr
Nationale und internationale Daten weisen aus, dass der Verkehrssektor ungebremstes Wachstum zeigt. Diverse Prognosen weisen bis 2030 eine Zunahme von rund 40% im Personen- und rd. 65 % im Güterverkehr aus.
Grundsätzlich ist der Verkehr der Hauptverursacher von Umweltbelastungen, wie hoher Energieverbrauch, Schadstoffemissionen, Lärmemissionen, Flächenverbrauch, Oberflächen-versiegelung, Zerschneidungseffekte der Ökosysteme, Auswirkungen auf das Stadt- und Landschaftsbild. Besonders problematisch beim Verkehr ist der Umstand, dass Umweltprobleme von vielen Einzelemittenten hervorgerufen werden und die Umweltbelastungen vom Verursacher im Verkehrsgeschehen jedoch kaum wahrgenommen werden. Erst die Summe der durch das Verkehrsgeschehen hervorgerufenen Einflüsse führen zu jenen Umweltbelastungen, welche einer umweltgerechten und nachhaltigen Entwicklung entgegenstehen.
Seitens der Stadt Wiener Neustadt gibt es seit jeher Bemühungen, umweltverträgliche Verkehrsarten zu fördern. Durch eine entsprechende Angebotsplanung wurden die Voraussetzungen geschaffen, um eine Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf den sogenannten Umweltverbund (Fußgänger, Radfahrer, öffentlicher Verkehr) herbeizuführen. Daneben gilt es, für ein Höchstmaß an Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen zu sorgen.
Gemeinsam mit den Mitarbeitern des Verkehrsamtes hat Stadtrat Dieter Kraupa in den letzten Jahren unter anderem folgende Schwerpunkte gesetzt:
a) Fußgängerverkehr:
Im Vordergrund standen Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für die „schwächsten“ aller Verkehrsteilnehmer. Errichtung von Fußgängerübergängen und Fußgängerquerungshilfen
- Signalisierte Übergänge (z. B. Grazer Straße/Adlergasse, Babenbergerring, Fischauer Gasse/Gröhrmühlgasse, Puchberger Straße/Walthergasse, uvm.)
- Fußgängerquerungshilfen mit Mittelinseln (z. B. Blätterstraße/Raketengasse, Neunkirchner Straße/Molkereistraße, Brunner Straße/Anemonenseestraße, Flugfeldgürtel/Kressgasse – für 2010 geplant, uvm.)
- verkehrstechnische Umbauten zur Verbesserung der Sichtverhältnisse und Erhöhung der Sicherheit (z. B. Schutzwegverlegung Ungargasse/Am Kanal, Umbau Kreuzungsplateau Wohlfahrtgasse/Pöckgasse, uvm.)
- Planerische Betreuung der Neugestaltung der Fußgängerzone Neunkirchner Straße und des Domplatzes
b) Motorisierter Individualverkehr
- Großplanungen (Ostumfahrung, Bahnhofsvorplatz, Unterführung B17/Neun-kirchner Straße)
- Straßenbauliche Projekte (z. B. Kleines Lazarett, Stampfgasse, Villa Nova, Nestroystraße, Blumengasse, Giltschwertgasse, Dachensteingasse, Äußere Wiener Straße/Sta. Christiana
- Verkehrsorganisatorische Konzepte (z. B. Verlegung Taxistandplätze/Haupt-platz, Verkehrskonzepte für „Aerodrome“, „Fußballrummel“, Umleitungs-konzepte bei Großbaustellen, Verkehrsuntersuchungen Leithakolonie, Bereich Puchberger Straße, Beschilderung Civitas Nova etc.)
c) Öffentlicher Verkehr
- Planungen/Untersuchungen (z. B. Neugestaltung Bahnhofsvorplatz, temporäre Öffnung des Eyerspergringes für den Individualverkehr, Neukonzeption des Stadtbussystems, uvm.)
- Etablierung und Forcierung des „Anrufsammeltaxi Wiener Neustadt“
d) Radverkehr
- Errichtung von neuen Radverkehrsanlagen (z. B. Neunkirchner Straße, Zehnergürtel, Querung Fußgängerzonen, Nestroystraße, Brunner Straße, Wiener Straße, Pottendorfer Straße, Freigabe der Fußgängerzone Neunkirchner Straße, Dachensteingasse, Puchberger Straße, uvm.)
- Insgesamt wurde das Radwegenetz in der Zeit von 2005 bis 2009 um 9,5 Kilometer auf nunmehr 73,6 Kilometer erweitert!
- Errichtung von Radabstellanlagen – insgesamt wurden in den letzten Jahren Abstellanlagen für 250 Fahrräder in der Innenstadt und 120 Fahrräder außerhalb der Innenstadt errichtet
- Radverleihstation am Hauptplatz – seit 2006 können im Stadtinformationsbüro kostenlos Räder ausgeliehen werden
- Öffnung von Einbahnen für den Radverkehr – all jene Einbahnen, bei denen es verkehrstechnisch möglich ist, wurden bzw. werden für den Radverkehr geöffnet
- Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Erstellung von Foldern, Neuauflage der Radwege-karte, Erweiterung der Stadthomepage um einen eigenen Bereich für Radfahrer, uvm.)
- Intensive Zusammenarbeit mit der Radfahrinitiative „Dinamo“
- Für all diese Bestrebungen wurde die Stadt mehrfach von Umwelt- und Radfahrorganisationen ausgezeichnet
e) Diverse Maßnahmen
- „Entforstung Schilderwald“ – im Zuge eines Projektes wurden in der Innenstadt 170 Verkehrszeichen entfernt, vor allem durch die Einrichtung einer Halteverbotszone, wodurch viele Halte- und Parkverbotsschilder obsolet geworden sind
- Laufende Verbesserungen des bestehenden Verkehrssystems (z. B. Anbringung von Bodenmarkierungen, Änderungen/Adaptierungen von Ampelschaltungen, Überprüfung von Zufahrten, Aufstellen von Verkehrsspiegeln, Errichtung von Behindertenparkplätzen, geringfügige bauliche Adaptierungen, uvm.)
- Unfall- und Verkehrszeichendatenbank – Digitalisierung von Unfällen und Verkehrszeichen in der Stadt, wodurch eine Früherkennung von Unfallhäufungspunkten möglich ist sowie eine exaktere Analyse und Adaptierung diverser Verkehrssituationen
- Verkehrsbeirat – im Jahr 2006 als beratendes Gremium des Gemeinderates gegründet, um aktuelle Verkehrsthemen gemeinsam mit externen ExpertInnen zu besprechen bzw. Verbesserungen zu erzielen
„Allein die Fülle von Maßnahmen zeigt, wie umfassend wir in Wiener Neustadt an die Verkehrsthematik herangehen“, so Stadtrat Dieter Kraupa. Und weiter: „Heute können wir mit Fug und Recht behaupten, dass uns der so wichtige Interessenausgleich zwischen den einzelnen VerkehrsteilnehmerInnen gelungen ist. Das ist nicht selbstverständlich und freut uns sehr. Gleichzeitig ist es aber auch Ansporn, unseren Weg auch in Zukunft derart engagiert weiterzugehen.“
2) Tourismus
Der Tourismus-Bereich wurde mit der Gründung der „Kultur Marketing Event – Wiener Neustadt GmbH“ (KME) in die neue Gesellschaft ausgegliedert. Seither wurden folgende Maßnahmen gesetzt:
- Erstellung einer neuen Freizeitkarte (Radwege, Ausflugstipps, etc.)
- Organisation und Durchführung von rund 100 Stadtführungen mit etwa 3.000 TeilnehmerInnen pro Jahr
- Jährliche Teilnahme an der „Seniorenmesse Wien“
- Unterstützung des Projektes „freecityweb“ – kostenloses Internet-Surfen in der Innenstadt
- Installation von zwei Infopoints mit touristisch relevanten Informationen in der Innenstadt
- Zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung des Einkaufsstandortes zur Förderung des Einkaufs- und Tagestourismus (City Service, citycounter, Kinderbetreuung in der city, verkaufsfördernde Aktionen und imageprägende Events, Unterstützung Märkte, Imagekampagnen, Abwicklung Einkaufsgutscheine, etc.)
Dieter Kraupa dazu: „Wiener Neustadt konnte in den letzten Jahren sowohl bei den TagestouristInnen als auch bei den Übernachtungen zulegen. Das beweisen einerseits die innerstädtische Frequenzanalyse und andererseits die Tourismusstatistik des Landes NÖ. Im Jahr 2008 wurden erstmals mehr als 100.000 Nächtigungen in Wiener Neustadt verzeichnet. Diese erfreulichen Entwicklungen sind direkter Ausfluss all unserer Bemühungen, die wir in den nächsten Jahren fortsetzen und intensivieren werden.“
3) Tierschutz/Veterinärwesen
Dieser Bereich umfasst einerseits die laufende Kontrolle von Tierhaltungsbetrieben hinsichtlich des Tierschutzgesetzes sowie der Hygienestandards. Durch die Erhöhung der Frequenz der amtstierärztlichen Kontrollen konnte die Anzahl der Anzeigen und Beanstandungen massiv reduziert werden. Der Amtstierarzt der Stadt Wiener Neustadt kontrolliert auch Tierarztpraxen, Tierhandlungen, Messen, Sportveranstaltungen, uvm. Dazu kommen die Ausstellung von Veterinärzeugnissen, die Überwachung von Tiertransporten sowie die Nachschau in privaten Haushalten, so es zu Anzeigen oder Beschwerden aus der Bevölkerung über Tierhalter kommt.
„Prunkstück“ der Tierschutzbemühungen in der Stadt wird das neue Tierschutzhaus an der B54 sein, für das am 25. Mai 2009 der Spatenstich erfolgte. Auf einem Grundstück in der Größe von mehr als 9.000 qm entsteht dort gerade ein neues Zentrum für den Tierschutzverein Wiener Neustadt mit einem Hundehaus für 40 Hunde, einem Kleintierhaus für Katzen, Vögel, etc., einer Quarantäne-Station sowie einem Verwaltungstrakt. Die verbaute Fläche beträgt etwa 1.600 qm. Insgesamt werden für das neue Tierschutzhaus rund 1,8 Millionen Euro investiert. Die Stadt Wiener Neustadt hat das Grundstück kostenlos zur Verfügung gestellt.
Dieter Kraupa: „Durch das neue Tierschutzgesetz konnte auch unser Amtstierarzt konsequentere Maßnahmen im Sinne der Tiere setzen. Besonders freut mich natürlich die Errichtung des neuen Tierschutzhaus, mit dem unser Tierschutzverein in Zukunft eine Vorreiterrolle in ganz Niederösterreich einnehmen wird.“
4) Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt ist seit Jahrzehnten eine Vorzeigeeinrichtung. Gerade in den letzten Jahren erlebten die Florianis einen enormen Modernisierungsschub. So wurde ein neuer Hubsteiger genauso angeschafft wie neue, moderne Fahrzeuge. Herzstück der Modernisierungsbemühungen ist die Errichtung des Zubaus am Babenbergerring, womit die Feuerwehrzentrale auf modernsten Stand der Technik gebracht wurde. Gleichzeitig mit dem Zubau wurde auch eine neue Bezirksalarmzentrale eingerichtet – die modernste Österreichs übrigens. Die Stadt Wiener Neustadt unterstützt die Freiwillige Feuerwehr jährlich mit knapp 900.000,- Euro. Dazu kommen Sonderinvestitionen, wie zuletzt die Errichtung des Zubaus. Dieser kostete insgesamt rund 4 Millionen Euro, die zur Gänze von der Stadt finanziert wurden.
Die hervorragende Kooperation zwischen der Feuerwehr und der Stadt zeigt sich auch daran, dass im Jahr 2009 eine große Katastrophenschutz-Übung der Stadt in den Räumlichkeiten und mit Unterstützung der Feuerwehr durchgeführt wurde, und dass die Feuerwehr seit mehr als einem Jahr den Telefonnotdienst des Magistrates in der Nacht und an den Wochenenden betreut.
Dieter Kraupa zur Feuerwehr: „Sicherheit muss uns etwas wert sein. Und zur Sicherheit der Menschen gehört – neben der Exekutive – an vorderster Front auch die Freiwillige Feuerwehr. Wir als Stadt Wiener Neustadt stehen bedingungslos hinter unseren Florianis, die in Extremsituationen nahezu Unmenschliches leisten. Dafür gebührt ihnen unser Dank – dafür gebührt ihnen aber auch die modernste Ausstattung. Und diese gewährleisten wir der Feuerwehr durch unsere Unterstützungen.“
Der Ausblick:
Wichtige Vorhaben der kommenden Jahre im Ressort von Stadtrat Kraupa werden sein:
a) Verkehr:
- Grundsätzlich werden die Ziele „Förderung der umweltverträglichen Verkehrsarten“ und „Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer“ weiter verfolgt
- Umsetzung des neuen Stadtbuskonzeptes auf Basis von KundInnen-befragungen und Analysen von ExpertInnen (Neustrukturierung von städtischen Buslinien, Erschließung von neuen Wohngebieten durch den ÖV...)
- Weiterführung der „RadfahrerInnen-Offensive“ mit Öffnung von Einbahnen, intensiver Öffentlichkeitsarbeit, Errichtung neuer Radabstellanlagen, Installierung eines Radverleihsystems für den Alltagsverkehr in der Stadt („Nextbike“), Erhöhung der Verkehrssicherheit für den Radverkehr, Weiterführung der Beschilderung des Radwegenetzes, Modernisierung und bauliche Adaptierung von Radwegen, uvm.
- Wiener Neustadt besitzt noch ein großes Potenzial im Hinblick auf den Radverkehr, da 18% aller Wege bis 2,2 km mit dem Pkw zurückgelegt werden und 53% aller Wege, die mit einem Kfz zurückgelegt werden, kürzer als 5 km sind. Insgesamt sollte mit diesem umfangreichen Maßnahmenpaket eine weitere Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf den Radverkehr sichergestellt werden
- Errichtung eines ÖBB-Parkdecks in der Haidbrunngasse mit ca. 850 Kfz-Abstellplätzen (Realisierung 2011)
- ÖBB-Unterführung Günser Straße und Umlegung Frohsdorfer Straße
- Endgültige Realisierung der Ostumfahrung Wiener Neustadt (Realisierung 2015)
- Schrittweise Sanierung und Neuherstellung diverser Straßen
- Laufende Verbesserungen des Verkehrssystems (z. B. Verkehrsberuhigung in diversen Wohngebieten, Überarbeitung Bahnhofsvorplatz, Neuorganisation der Zufahrt EKZ „Centro“, Neuorganisation des Verkehrs im Bereich der Puchberger Straße/Anemonenseestraße, Sanierung von Unfallhäufungspunkten im Stadtgebiet, Überprüfung der Installation von Rotlichtüberwachungs-anlagen an diversen Kreuzungen im Stadtgebiet, uvm.)
b) Tourismus
- Erhöhung der jährlichen Nächtigungszahlen mittelfristig auf 150.000
- Verstärkte Positionierung als Seminar- und Kongressstandort
- Aufbau „Gesundheitstourismus“ im Hinblick auf „MedAustron“
- Überarbeitung „Kulturparcours“ (Audioguide), Adaptierung der Stadtführungen (themen- und zielgruppenspezifische Angebote, Betriebsbesichtigungen, uvm.)
- Relaunch Stadtinformationsbüro (Verbesserung Angebotspalette, neue Einrichtung, uvm.)
- Schnüren von Tourismuspackages
- Ansiedelung eines neuen 5-Sterne-Hotels
c) Feuerwehr:
- Ausbau des momentanen Mitgliederstandes
- Teilnahme an Katastrophenschutz-Übungen des Landes, der Stadt sowie weiterer öffentlicher Institutionen
- Weitere Modernisierung des Fuhrparks und technischen Equipments
Stadtrat Kraupa abschließend: „Mein Ressort umfasst ein breites Spektrum von Aufgaben und Bereichen. Gerade das macht die Arbeit so spannend und interessant. Was aber alle Teile eint, ist die Bestrebung, Wiener Neustadt für BewohnerInnen und Gäste gleichermaßen attraktiv und sicher zu machen. Dies gilt es, in den nächsten Jahren nicht aus den Augen zu verlieren und durch den geplanten Maßnahmen-Mix zu gewährleisten."
